Jedem Anfang geht ein Ende voraus

Wenn es kommt, dann kommt es alles auf einmal, sagt meine Mama immer. Eine weise Frau, wie sich herausstellt. Genau so lässt sich das letzte Monat meines Lebens beschreiben. Ich hätte es mir denken können, denn bereits mein Vogue Jahreshoroskop hat vorausgesagt: Es wird ein Jahr der Neuanfänge, ein Jahr des Abschieds. Und der Vogue widerspricht man nicht.

Ich fange jetzt an, zu erzählen, bevor ich zu lange mit leeren Floskeln ablenke, wie es mir so oft passiert. Es sind ein paar wesentliche Dinge passiert, die mein Leben und diesen Blog nachhaltig verändern werden:

1. Ich habe meine Yogalehrerausbildung abgebrochen.

2. Ich habe mich aus einer 4-jährigen Beziehung gelöst.

3. Ich habe einen neuen Job (ist jetzt im Kontext dieser Geschichte nicht sooo spannend, aber wollte ich jetzt auch nicht einfach ganz außen vor lassen).

Zum ersten Punkt soll gesagt werden, dass das keinesfalls bedeutet, dass dieser Blog sich dem Ende zuneigt. Es hat nur etwas gedauert, bis ich genug Muße gefunden habe, all meine Gedanken in diesem Beitrag zu ordnen. Das waren nämlich ganz schön viele. Vor allem, nachdem ich den Anruf von meinem Yoga-Ausbildner bekommen habe, in dem er mich „vorwarnte“, dass sich ein paar meiner Kurskolleginnen nicht wohl fühlen, wenn ich weiterhin diesen Blog so führe, wie ich es bis jetzt getan habe. Kannst du nicht darüber schreiben, was du zwischen den Kursen erlebst?, hat er mich gefragt. Ich glaube, er hat den Sinn dieses Konzeptes nicht ganz nachvollziehen können. Auf meine Frage, warum wir das nicht persönlich im Kreis aller besprechen können, meinte er, das würden sich einige nicht trauen. Ich sagte ihm, ich kann nachvollziehen, dass sich jemand nicht wohlfühlt, von mir erwähnt zu werden, auch wenn ich immer sehr darauf geachtet habe, zu anonymisieren. Aber für die seltsame, indirekte Kommunikations-Strategie über seinen Rücken hatte ich kein Verständnis. Mit der Bitte, mir kurz ein wenig Bedenkzeit zu geben, habe ich mit einem Knoten im Bauch aufgelegt.

Mein Papa war gerade zu Besuch und hat mir sofort angesehen, dass etwas nicht stimmt. Er ist Teil eines Gemeinschafts-Wohnprojekts und weiß, was es bedeutet, auch in unangenehmen Situationen eine funktionierende Kommunikation und ein respektvolles Miteinander zu ermöglichen. Und auch er konnte diese Vorgehensweise nicht verstehen. Und jetzt sitzt du da und kannst dir bis zur nächsten Kurseinheit Gedanken machen, meinte er stirnrunzelnd. Nein, das mache ich nicht. Dafür ist mir meine Zeit zu schade. Bis morgen entscheide ich mich, ob ich mich selbst in diesem Umfeld noch wohlfühle, antwortete ich. Denn Zweifel gab es schon von Anfang an, aber ich wollte offen bleiben, wollte etwas lernen, wollte den Titel Yogalehrerin. Aber ich war einige der wenigen, die danach wirklich auch als Yogalehrerin arbeiten wollte und fühlte mich oft mehr wie in einer Selbsthilfegruppe als in einer beruflichen und spirituellen Ausbildung, als Ablage für oberflächliche Probleme und als Fremdkörper in meiner Gruppe. Und nun sollte ich also in stiller Zensur mein Dasein fristen. Wer mich kennt, weiß, dass das nie passieren wird.

So war ich am nächsten Morgen sehr erleichtert, als ich es laut aussprach: Ich breche die Ausbildung ab. Was allerdings noch lange nicht heißt, dass mein Yogaweg hier endet. Im Gegenteil, ich fühle mich, als ob es nun erst richtig losgeht.. Und wer weiß, in welche Länder, auf welche Abenteuer mich Yoga noch führt. Man darf gespannt bleiben. Ich bin es auf jeden Fall.

Ja und dann war da noch die andere Trennung. Sie war schön, genauso wie die gemeinsamen vier Jahre. Sie war gut, und sie war notwendig. Der Rest soll nicht niedergeschrieben werden.

Nun geht es also wieder von vorne los. In den Worten der Band L‘aupaire: I would do it all again.

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