Das Vertrauen in den Neubeginn

Lang ist‘s her. Und ehrlich gesagt frage ich mich gerade, ob ich das hier überhaupt noch kann. Also Schreiben. Yoga kann ich. Wieder. Es hat allerdings eine Weile gedauert, bis ich wieder innere Ruhe und Ausgeglichenheit darin finden konnte. Die abgebrochen Ausbildung, die Trennung von meinem damaligen Partner, ein Umzug, ein Wohnungskauf, ein erneuter Jobwechsel und schließlich gleich zwei neue Männer in meinem Leben haben mich ziemlich auf Trab gehalten. Und auch ziemlich abgelenkt. Aber darin war die Yoga- und Schreib-Abstinenz nicht begründet. Ich wusste nach meinem Entschluss, der Yogalehrer-Gruppe den Rücken zu kehren, einfach nicht mehr, worüber ich noch schreiben sollte. Yoga war für mich wie ein abgestandenes Bier an einem warmen Sommertag. Man trinkt den letzten Rest aus. Aber eher, weil man sich dazu verpflichtet fühlt, nicht weil man es wirklich will.

Der Segen des Egoverlusts

Das hat sich erst vor kurzem wieder geändert. Cirka zu dem Zeitpunkt, als ich einen neuen Mann kennengelernt habe. Fesch, jung, macht, was er will, wann er es will, kuschelt gern, spricht eine fremde Sprache, Frühaufsteher, 90 cm groß, hat blindes Vertrauen zu mir (und seiner Windel). Ich schätze, ein Traummann kommt meistens anders, als man sich ihn vorgestellt hat. Sein wirbelndes Ich bringt mir Ruhe und eine tiefe Zufriedenheit. Habe ich noch vor ein paar Monaten so versteift den Fokus in meinem Leben im Äußeren gesucht, bin ich nun endlich zu mir zurückgekehrt. Und das Beste daran: ich habe es nicht mal gemerkt und es geschah durch jemand anderen. Weil ich ENDLICH nicht mehr genug Zeit habe, mich IMMER in den Vordergrund zu stellen. Weil ich mich ENDLICH nicht mehr für das Wichtigste halten muss. Was für eine Erleichterung. Was für ein Segen. Was für ein neues Lebensgefühl. Im Fluss dieses anstrengenden, verwirrenden und großartigen Prozesses habe ich auch dem dazugehörigen Papa des Kleinen Yoga als Entspannungsmethode gezeigt. Er las meinen Blog und tat es mit einer solchen Begeisterung, dass ich selbst wieder Neugierde in mir aufkeimen spürte. Ich fand zurück in meine Lieblings-Asanas, Balance-Übungen, Atemtechniken und ins tiefe, nährende Dunkel des Shavasana. Merkte, dass immer noch alles genau da ist, wo ich es in der Besenkammer meines Bewusstseins abgestellt hatte. Der Yoga hat auf mich gewartet, bis ich bereit war, ihm wieder die knarzende, etwas unbeweglichere Tür aufzumachen. Akzeptanz und Annehmung. Liebe und Geduld. Keine Wertung, keine Erwartung, keine Schublade. Alles, was ich nach dem Kurs negativ mit Yoga assoziiert habe (oder geglaubt habe, ungewollt damit zu verbinden) hat sich verabschiedet. Ich weiß jetzt, was Yoga damit meint, wenn er sagt: Man kann immer wieder von vorne beginnen. Immer erneut anfangen. Sich erinnern. Und auf seinen Pfad zurückfinden. Namasté again!

NEU – Mein Yoga Tipp des Monats

Liebe Leser:innen, ab kommendem Samstag, 21.05.2022 um 16 Uhr gibt es alle paar Wochen einen Yoga Praxis Tipp des Monats von mir. Falls ihr noch nach Inspirationen sucht und humorvolle, aber ehrliche Kritik zu verschiedenen Praktiken/Videos/Haltungen u. v. m. lesen wollt. Viel Spaß und nicht verpassen! Ich werd euch auch gerne noch einmal daran erinnern, wenn es soweit ist. 😉

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